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20 Apr 2012 - 12:45:06

Ausdrucksstarke, das Herz bewegende Worte.

Bilder der Fremde / Teil 1

Montag, 4. Januar 2010 um 13:31 ·

Er ging dem großen Wunsch nach, den südwestlichsten aller Teile Deutschlands zu besuchen und so schob ihn die Zeit auf guten Gleisen 'gen Schweizer Grenze. Beim Wortlaut eines Freundes von großem Verstand, er solle die heitere Ablenkung als oberstes Mittel in Erwägung ziehen, um den maximalen Erfolg dieses Besuchs zu verbuchen, nahm er sich seiner Gedanken an, war sich seiner guten Art bewusst und glaubte, der Zufall führe ohnehin zum Glück.

Der erste Halt schien nicht von diesem Lande, ein badischer Bahnhof soll's gewesen sein, doch weit und breit war nichts Deutscheres als das Wappen der Bahn wiederzufinden, - er nahm sich im Passiven die fremden Menschen an, kopierte in bester Manier solch' unechtes Verhalten und kam so zum Erfolg: der Erwerb einer dragierten Süßigkeit.
Nach einer handvoll Minuten und der letzten Zugfahrt schien die Ankunft perfekt, die Befürchtung, man sei der Schönheit wortwörtlich nicht gewachsen, ging in Luft über und es eröffneten sich die nächsten Tage durch eine umarmende Begrüßung.
Schon im neuen Heim angekommen war er sich bewusst, dass er Gast einer wundervollen Dame gewesen sein muss, die zu weitaus mehr imstande war, als er nach all den letzten Jahren erwartet haben konnte und so schlich sich das Vorhaben, man sei Herr der fröhlichen Ablenkung, zügig von dannen. Ja er verfiel förmlich ihres Glanzes, war sich nichts mehr bewusst als dem unbedingten Willen, ihrer Lippen zu folgen, sie in vollen Zügen zu erfahren und in reifer Liebe dem Wege der Nacht nachzugehen.

Und sie nahm den besten Mann, den sie finden konnte,
zum Brunnen,
öffnete sein Herz, wozu einzig sie fähig gewesen,
und ließ ihn zu Tode bluten.




Bilder der Fremde / Teil 2

Montag, 4. Januar 2010 um 16:29 ·

In jüngster Erkenntnis saß er, gebrochen, auf der längeren Seite des Bettes und es liefen ihm die menschlichsten aller Tropfen die warme Wange hinunter. Es war das Wissen, den viel zu schönen Ort der Liebe für ein weit entferntes Leben in einsamer Klause verlassen und folglich jedes erlangte Glück dieser Tage von Bord werfen zu müssen. Kein wundervolleres Wesen als die fremde Schönheit, zu der er fuhr, war von solcher Gabe, den einen, den guten Mann so zu bewegen wie an diesem Tage.

Es schien die unvernünftigste aller Hoffnungen gewesen zu sein, die seinen Geist durchquerten, die Liebe, deren Wege selbst nicht im Ansatz der seinige kreuzen sollten und so verharr er an jener Bettkante, wissend, dass einzig er dieser Macht verfallen war und jeder Mut zu großen Taten ein verfehlender Schlag ins unwegsame Gehölz der Jugend sein mag. Und klarer konnten es die falschen Worte des traumhaften Mädchens nicht sagen: Es bestand ein erhebliches Ungleichgewicht der Gefühle beider jungen Menschen. Ihre Gedanken waren in weiter Ferne, ja viel zu früh suchte er ihr Herz, um zu ergreifen, was in identischer Form nicht im Ansatz vorhanden sein sollte – sie riet ihm, die Liebe zu suchen, ohne zu wissen, dass der junge Mann die Suche längst abgeschlossen hatte und dem Fund seine Hand in packendster Weise ausstreckte.

In abertausenden Tränen saß er, ob im Zug oder zuhause, stets in der dunkelsten Ecke und musste das nackte Leid seiner Wahrheit aushalten, ohne auch nur einen freien Willen haben zu können, um seinem täglich Werk folge zu leisten. Dennoch blieb seine unsterbliche Hoffnung, die Schönheit würde seinen guten Geist erkennen und sich ihm ergeben, sei sie noch so fernab.

Die sauren, die klaren Wässer,
kochen können sie,
und zum Gase emporsteigen,
doch wer vermag zu sehen,
was ein Jüngling,
mit all der brennenden Hoffnung anstellen würde.




Bilder der Fremde / Teil 3.1 (die Variante der Lüge)

Montag, 18. Januar 2010 um 23:50 ·

Die Variante der Lüge:

Sieben Jahre drauf und Hand in Hand liefen sie zur alten Eiche, während er ausgelassen seine Floskeln über das Schaffen des Herrn, die Unvernunft und den einen Film vor ihre Stirn warf. Später stellte sich heraus, dass unter allen Umständen Wolken den Himmel verdeckt haben mussten. Allmählich begann sie, ihre Ruhe zu verlieren und zitterte sich aus dem Ärmel seines braunen Parkers.

Er blieb stehen. Keine hundert Meter vom Ziel entfernt drehte sie sich vier Schritte nach seinem Stillstand um, wand sich zu ihm zu und bevor sie zur Frage ausholte, kam er der Schönheit zuvor: „Liebste, nicht die Kälte bringt dich zum Schütteln, nein sag, was ist es?“ Fortan traf ihn der wohl einzige Schein der Sonne, als sei Gott selbst an seiner Seite – es war ihre letzte Chance, die Wärme bei ihm zu suchen. „Dir fehlt etwas. Ja die blauen Augen, die hast du nicht. Die Farbe, ich brauche sie.“, sprach die Schönheit.

Und er wusste es. Bei aller Weisheit war das das einzige Argument, was zählt. Diese Farbe würde alles überwiegen: jede Liebe, jeden Verstand. Sofort war ihm klar, dass hier das Ende geschrieben stand. Er hatte so vieles, aber nicht diese Farbe. „Nun geh' und hol dir, was du brauchst.“, sagte er in vollem Schmerz und lief so nah er konnte an ihr vorbei, dem großen Baum entgegen. Ein letztes Haschen ihres Dufts, um sich seiner Angst in ganzem Ausmaße bewusst zu werden.

Dieser Tag musste kommen. Sein Tod darauf ebenso.

Ich lief und ich lief,
den immer gleichen Weg,
als zu dem Tage,
sie mir nahm,
das pochend Werk,
und zerrte in aller Form,
das meinige zu sich,
ob sie wollte, oder nicht.


Bilder der Fremde / Teil 3.2 (die Variante der Hingebung)

Freitag, 29. Januar 2010 um 23:43 ·

Die Variante der Hingebung:

 

Neunundzwanzig Tage nach der ersten Begegnung setzte er benommen die letzten Schritte zur Haustüre, während der fallende Schnee bei knappen Plusgraden unmittelbar schmolz, sobald dieser den Boden berühren würde. Er betrat sein Zimmer, die Kapuze noch drüber, blickte auf die Couch und sah die Schönheit dort halbliegend niedergelassen, als säße sie seit einer guten Stunde in der immer gleichen Position. Sie schien ihn zu sehen.

 

Sofort stoppte seine Atmung, er ging zwei Schritte zurück und lehnte sein Haupt sanft an den Türrahmen. Das Herz, es schien sich auf den Weg des Ablebens zu machen, so schnell schlug es. Wenige Augenblicke später stand er gekrümmt dem Badspiegel gegenüber, hielt sich so sehr mit beiden Händen am Waschbecken fest, als sei er im Begriff, es zu brechen und suchte in der Tiefe seiner Augen eine Erklärung für diese Erscheinung. So rasant sein Herz schlug, so rasant warf er sich zerschlagene Wortgruppen an die Stirn, im Bestreben, nicht gänzlich den Wahnsinn Herr seiner selbst werden zu lassen.

 

Ihre sanfte Stimme eröffnete das Wort: „Und du fragst dich, was geschieht. Aber ich sage dir, das hier bin ich.“ So gab er seinem Flüstern mehr und mehr Intensität, um jene Töne zu übertreffen, denn es konnte keiner Tatsache entsprechen. Solch Wohlergehen wollte er nicht zulassen.

 

Nun lag er auf dem Bett, sie bei ihm. Er weinte, sie küsste seine Tränen beiseite. Es war die Realität – sie schien ihn zu sehen.

 

 

 

Nichts mehr wird sie wollen,

denn bei ihm,

der warmen Stimme,

von Tönen seiner Sinne,

als zu erfrieren er fleht,

zu sein – seine Eine,

in aller Zeit,

wohin auch immer,

er sie trägt.

 

 

 

 


Seinen Namen gebe ich nicht preis. Ich denke er würde dies nicht wollen...
Danke.


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